29.
Jun
2010

Gewinnspielmafia: Konsumentenschutzminister Rudolf Hundstorfer (Österreich) unter Handlungsdruck

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Die österreichische FPÖ nimmt sich offenbar ernsthaft des Themas Gewinnspielmafia an. Die regierende große Koalition aus SPÖ und ÖVP muss sich derweil unangenehmen Fragen stellen.

Ein nun ausgestrahlter Beitrag des österreichischen Fernsehsenders ORF 2 vom 28.06.2010 geht ausführlich auf die Problematik ein.

Sorgfältig beobachtet man in Österreich offenbar den Stand der Ermittlungen in Deutschland. Die jüngst stattgefundenen Hausdurchsuchungen und Festnahmen von Drahtziehern des Gewinnspielgeflechts in Essen und am Berliner Hardenbergplatz werden offenbar in den Medien zum Anlass für kritische Nachfragen an die dortige Regierung genommen, was man denn unternehme, um die österreichischen Pensionisten (Rentner) besser vor den Betrügerbanden zu schützen.

Kritisch wird angemerkt, dass die als tief in den Gewinnspielsumpf verstrickt angesehene Firmengruppe Luck24 die Hände in Unschuld wasche und auf Dritte verweise. Derweil ziehe die Firma Epagado Payment GmbH ungeniert weiterhin Lastschriften ein, obwohl sie bereits aus dem Firmenbuch gelöscht sei.

Der Wiener Landtagsabgeordnete Mag. Wolfgang Jung (FPÖ) kritisiert ein "Stillhalten der Justiz", das Fehlen von Aufklärungsmaßnahmen sowie die Anfälligkeit des Einzugsverfahrens der Banken.   

Der im Fernsehstudio interviewte Konsumentenschutzminister (Verbraucherschutzminister) Rudolf Hundstorfer (SPÖ) stellt sich der Kritik und wird deutlich: Auch er sehe die derzeitigen Regelungen zum Lastschriftverfahren als lückenhaft und dringend reformbedürftig an und wolle unverzüglich handeln. Bereits in der nächsten Woche wolle man einen Initiativantrag einbringen, wonach telefonisch geschlossene Verträge in ihrer Wirksamkeit von einer schriftlichen Bestätigung abhingen. Damit befürwortet er eine Regelung, die der 2009 im deutschen Bundestag diskutierten "Bestätigungslösung" entspricht, die - entgegen dem nahezu einhelligen Votum der in den Beratungen vom zuständigen Ausschuss angehörten Sachverständigen - letztlich in Deutschland bislang nicht umgesetzt wurde.

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Kommentare (7)
1Mittwoch, den 21. Juli 2010 um 11:53 Uhr
wolfgang amadeus mozart
interessant! jedoch muss man schon hinzufügen, dass im oktober in wien gewählt wird und somit viele themen als spielbälle im wahlkampf hinhalten müssen. da gilt es für den leser/die leserin zu differenzieren!
mit freundlichen grüßen aus österreich!
2Mittwoch, den 21. Juli 2010 um 14:52 Uhr
joschi
das mit den wiener wahlen ist sicherlich nicht ganz falsch, vor allem für kandiaten wie H.C. ist das natürlich ein gefundenes fressen.

was mir bis jetzt noch nicht klar ist, warum fordern die konsumenten ihr geld nicht von den banken zurück? soviel ich weiß, können unerlaubte bankeinzüge auch nach mehreren wochen noch rückgebucht werden.
3Freitag, den 23. Juli 2010 um 11:35 Uhr
jebus
kann alles rückgebucht werden, ja. hab' ich in einem anderen zusammenhang auch schon mal problemlos bei meiner bank veranlasst. vielleicht wissen das viele leute nicht und glauben das geld sei "für immer" verloren.
4Sonntag, den 25. Juli 2010 um 17:16 Uhr
ponyhof
daran sieht man wieder mal, dass es vor allem an einem scheitert: information. einerseits sollten gewinnspielteilnehmer über ihre rechte aufgeklärt werden und andererseits sollte die politik endlich klar schiff machen. dann wissen alle woran sie sind und alles ist gut :-)
5Sonntag, den 25. Juli 2010 um 19:09 Uhr
joschi
obwohl die gewinnspielfirmen mit sicherheit in manchen fällen etwas hinterhältig agieren, kann man den konsumenten und bürger nicht seiner ganzen verantwortung entheben. bei älteren personen ist dies natürlich sicherlich schwieriger, da das urteilsvermögen oft eingeschränkt ist.

wir können wohl gespannt sein...
6Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 13:16 Uhr
jebus
ist es denn wirklich so, dass immer nur ältere personen abgezockt werden? hören und lesen tut man es ja überall, aber dass es da so gar keine anderen zielgruppen gibt ... ?
7Samstag, den 21. August 2010 um 17:59 Uhr
google_scout
und eben genau diese hat sich jetzt auf ihrer website zu wort gemeldet … hab ich entdeckt als ich sehen wollte, ob die überhaupt eine website haben:
http://www.luck24.at/presse_main.html

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